Handy-TV bezeichnet den Empfang audiovisueller Inhalte mit Hilfe von Handys, Smartphones oder PDAs. Dabei werden entweder die Mobilfunknetze des jeweiligen Providers genutzt oder Rundfunktechnologien. Fernsehen auf dem Handy übers Mobilfunknetz gibt es schon heute bei allen großen Mobilfunkanbietern als "MobileTV" im H.264-Format beispielsweise bei Vodafone, T-Mobile oder O2. Dazu braucht man ein Gerät, das H.264-Codec unterstützt und per HSDPA ins Internet geht. Neu ist der Fernsehempfang per Rundfunktechnologien. Für Handy-TV stehen derzeit drei Rundfunk-Standards (Broadcaststandards) zur Verfügung. DMB (Digital Multimedia Broadcasting deutsch: Digitaler Multimediarundfunk) und DVB-H Digital Video Broadcasting - Handhelds, zu deutsch Digitaler Videorundfunk für Handgeräte) wurden beide eigens für den mobilen Rundfunk-Empfang entwickelt. DVB-H gilt als abgespeckte Version des digitalen Antennenfernsehens DVB-T; die EU hat es mittlerweile zum europäischen Standard gemacht. Dazu kommt der ursprüngliche digitale Rundfunkstandard DVB-T, der für stationären digitalen Fernseh- und Rundfunkempfang entwickelt wurde. Provider und Handyhersteller setzen mittlerweile nicht nur auf die eigens für mobilen Empfang entwickelten Standards sondern parallel dazu auch auf DVB-T. Für die zukunftsträchtige Ausstrahlung des Handy-Fernsehens per DVB-H hat in Deutschland das Unternehmen Mobile 3.0. eine Sendelizenz erhalten. An dem Konsortium sind die Verlagskonzerne Burda und Holtzbrinck und die südafrikanische Mediengruppe Naspers beteiligt. Das neue Handy-TV soll es zunächst in fünf deutschen Ballungsräumen geben, bis Ende 2008 wollen die Betreiber mindestens in den 16 Landeshauptstädten mit ihrem neuen Service präsent sein. Das ist, nach Unternehmensplanungen erst der Anfang: bis 2015 will man rund 90 Prozent der Deutschen erreichen. Wie viel der neue Rundfunk-Handy-Spaß kostet, ist noch nicht klar, im Gespräch sind Preise zwischen fünf und zehn Euro im Monat. Eines der größten Probleme ist das vergleichsweise kleine Display, das beim Handy-TV als Bildschirm dient. Doch auch hier scheint Abhilfe in Sicht - die Lösung heißt Video-Projektoren für Handys. Sie sollen das Bild vom Handy oder Smartphone auf eine deutliche größere ebene Fläche übertragen. Derzeit arbeiten daran die Firmen Microvision, Texas Instruments und 3M.